µe-bauhaus erlangen-nürnberg

µe-bauhaus erlangen-nürnberg – Ingenieurskunst in Lehre & Forschung

„junge menschen, kommt ans bauhaus!“

Hannes Meyer, aus der Broschüre „bauhaus / junge Menschen kommt ans bauhaus!“, 1929

In 2019, dem 100. Jahr nach der Gründung des berühmten Staatlichen Bauhauses in Weimar, das mit seinem visionären Lehr- und Ausbildungskonzept einen Neubeginn der Architektur, der Baukultur und des Designs einleitete und bis zum heutigen Tage wirkt und weltweit schöpferische Kräfte entfaltet, habe ich es mir – damals noch am Institut für Halbleitertechnik (IHT) der Universität Stuttgart – zur Aufgabe gemacht, dieses besondere Lehr-, Ausbildungs- und Forschungskonzept für die Bedürfnisse der modernen Mikroelektronik zu adaptieren, um so die zugrundeliegende universitäre Ingenieursausbildung des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

Mit dem Bauhauskonzept möchte ich mit meinen Studierenden neue progressive Wege in der forschungsbasierten Lehre und praxisorientierten Ausbildung gehen, damit „Bauhaus“ zukünftig nicht nur ein Synonym für Architektur, Kunst und Design ist, sondern auch ein Synonym für progressive Ingenieurskunst in der halbleiterbasierten Elektrotechnik.

Eingangsfassade des Bauhauses Dessau | Foto: Birgit Böllinger, Pixabay, Shutterstock

Auf einer IHT-Besprechung im Juli 2019 habe ich daher mit meinem Team beschlossen, die ersten Schritte zu unternehmen, um die Idee eines „Bauhauses der Mikroelektronik“ in die Tat umzusetzen. Diese Idee ist nun mit mir und einigen meiner Studentinnen und Studenten nach Erlangen mitgewandert und soweit gereift, dass ich am Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente (LEB) unserer Universität das 

gründen konnte. Es bündelt die hervorragende technische und infrastrukturelle Ausstattung des Lehrstuhles neu, verzahnt das forschungsbasierte Lehrkonzept umfassender und baut es erheblich aus. Es schafft insbesondere über die Adaption des Werkstattkonzeptes des Bauhauses eine theoretisch fundierte und zugleich hochgradig praxisorientierte Ausbildung. Ab dem ersten Bachelor- oder Mastersemester bzw. dem ersten Lehrjahr ermöglicht dieses Lehrkonzept unseren Studierenden bzw. Azubis selbständig, schöpferisch und kreativ in Teams zu lernen und zu arbeiten.

Verstärkt wird dies durch die exzellenten Möglichkeiten, die die Partnerschaft mit dem assoziierten Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB bietet.

Unser Leitgedanke dabei ist, junge Menschen zur Erschaffung disruptiver Neurungen zu befähigen bzw. auf disruptive Veränderungen angemessen zu reagieren, sowie diese aufnehmen und weiterentwickeln zu können. Die Ausbildung im µe-bauhaus erlangen-nürnberg zielt somit auf die Befähigung unserer Studierenden, so einen wichtigen Beitrag für die Menschen unseres Landes, unsere Gesellschaft und unsere Welt zu leisten.

„Das elektrische Licht wurde nicht durch Weiterentwicklung von Kerzen erfunden.“

Aphorismus (Autor unbekannt)

„Das elektrische Licht wurde nicht durch Weiterentwicklung von Kerzen erfunden.“ | Foto: minka2507, Pixabay, Shutterstock

Disruption erfordert dabei nicht nur schöpferische, kreative Energie, die mit einem fundierten Wissen der Naturwissenschaften und Technik verbunden ist, sondern auch mit Verantwortung und ethischem Handeln.

Das µe-bauhaus erlangen-nürnberg sieht es daher auch als eine seiner zentralen Aufgaben an, diese Werte zu leben, indem vor allem die gemeinsame Arbeit in Lehre und Forschung stets kritisch hinsichtlich Ethik und Verantwortung hinterfragt wird.

Werte, Verantwortung, Ethos – Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Faktor für heutige Ingenieurskunst | Foto: Shutterstock

Darüber hinaus versteht sich das µe-bauhaus erlangen-nürnberg als fächerübergreifende Schule des Wissenserwerbs, die den Blick für Kunst & Kultur und Gesellschaft & Politik schärft und zur Weltoffenheit und zum Unternehmergeist ihrer Studierenden beiträgt.

Daniel Noll, M.Sc., ehemaliger Student des Instituts für Halbleitertechnik (IHT) der Universität Stuttgart, überwinterte als Elektroingenieur in der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis. | Foto: Daniel Noll

In diesem Sinne:

„junge menschen, kommt ans µe-bauhaus erlangen-nürnberg!“

angelehnt an Hannes Meyer, aus der Broschüre „bauhaus / junge Menschen kommt ans bauhaus!“, 1929

Viele Grüße

Ihr Jörg Schulze